Seit langem schon drängte meine Frau, als Inhaberin einer kleinen Galerie in Weißensee/ Thüringen zu recht darauf, dass ich doch endlich meine Vita aufschreibe. Jedoch hatte ich bisher weder Lust noch Zeit dazu. Das ich dieses nun endlich doch getan habe, ist u.a. auch der neuen Homepage zu verdankenden.

 

Ich bin Jahrgang 56, Sternbild Löwe, besuchte die Erweiterte Oberschule „Ernst Schneller“ in Sömmerda  und  wollte dann Malerei und Grafik studieren. Beworben hatte ich mich 1974 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wurde jedoch Jurist. Ab 1989  engagierte ich mich politisch im „Demokratischen Aufbruch“, als der einzigsten  Bürgerbewegung, die sich in der Wendezeit jemals nach Weißensee verirrt hatte, und wurde 1990 zum Bürgermeister meiner Heimatstadt gewählt. Das Amt des Bürgermeisters hatte ich bis zu meinem Rücktritt im Juni 2015 inne. . Mein Direktmandat im Deutschen Bundestag von 2005 –2009 ist da eher als kleiner Abstecher zu sehen und mehr meinem Beruf als Jurist geschuldet, selber einmal Gesetzgeber zu sein. Seit 1976 bin ich verheiratet und wir sind mit Kindern und Enkelkindern gesegnet.

                                                              

Im Dezember 1989 war ich Gründungsmitglied des „Demokratischen Aufbruch „Sozial und Ökologisch“ in Leipzig. Das mickrige DA- Wahlergebnis zur ersten freien Volkskammerwahl 1990 führte jedoch dazu, dass ich kein Mandat für die Volkskammer bekam. Stattdessen fand ich mich an der Basis wieder, als Mitglied des Ausschusses zur Bildung des Landes Thüringen und als Bürgermeister der Stadt Weißensee, was mir wenig Zeit zum Zeichnen ließ. Erst auf Anraten meines Hausarztes, es war wohl 1992, blieb ich 4 Wochen zu Hause und therapierte mein Hirn, indem ich begann, in schlaflosen Nächten zu zeichnen. Die Ergebnisse entsprachen meinem Seelenzustand, wie hier abgebildet und bedürfen keiner weiteren Worte.

 

Mit diesen und ähnlichen Arbeiten erntete ich Erfolge auf etlichen Ausstellungen. Presse, Funk und Fernsehen berichteten darüber, der „Burgverlag zu Weißensee in Thüringen“ veröffentlichte etliches in einem kleinen Bildband namens „Formulahara“, „Das Magazin“ widmete meinem Schaffen in der Ausgabe 10/99 mehrere Seiten als Zeitzeichner, ich begann Karikaturen und Zeittexte für Zeitungen zu schreiben, dichtete  und veröffentlichte im Eigenverlag „ Das Kolumbusprinzip“.

 

In den Folgejahren entwarf ich Medaillen und Plakate für meine Heimatstadt, erinnerte mich an die Ölmalerei und erlernte die Lithografie.

2005 errang ich das Direktmandat für den Bundestag im Wahlkreis 192,  aus welchem ich 2009 freiwillig ausschied, um mich nunmehr, nach reiflicher Überlegung, meinem eigentlichen Berufsziel zuzuwenden – der Malerei und Grafik, mehr als 30 Jahre nachdem ich mich in Leipzig beworben hatte. Zu dem Zwecke baute ich den Dachboden in unserem  Wohnhaus zum Atelier um und meine Frau eröffnete ihr Geschäft im Erdgeschoß „ Galerie & Souvenir“.

Arbeiten von mir  zeigt  meine Frau in der Galerie und verwendet  zudem meine Motive zur Gestaltung von  Geschenkartikeln. Mehr erfährt man unter  www.galerie42.de


                       ANDERE ÜBER MICH


DER ERSTE MANN - EIN KARIKATURIST

Das Zeichnen und das Malen ist schon eh`sein Fach gewesen, lange bevor er sich zu Weißensee den Bürgermeisterstuhl zurechtrücken durfte: Peter Albach

Das sitzt er nun in einem der ältesten Rathäuser Deutschlands, und was macht er mit solch`künstlerischen Talenten? Zunächst nichts. Denn: auch er wird regiert - in einem Alltag, der den gelernten Juristen längst mit Paragraphen, Dienstanweisungen und Lokalterminen zudeckt. Doch dann, am späten Abend, wenn wir im Fernsehen oder am Radio erfahren, was die Politiker in den vergangenen 24 Stunden für uns ersannen, holt Peter Albach den Stift heraus und sucht`s all jenen zu zeigen, die er selbst mit Wort und Werk noch nicht erreichen konnte.

Mag schon sein, dass seine Partei mit ihm als gegen den Stachel leckenden Karikaturisten nicht sonderlich glücklich ist, über das Stadtoberhaupt mit 83% Ja-Stimmen (in der zweiten Legislaturperiode) ist man es allemal.

Albach, der sogar in die kleine aber feine Gilde zeichnender Berufskollegen aufgenommen wurde und seinen illustren Einstand in Kisslegg (Allgäu) gab, sucht nichts unter den Teppich zu kehren - wie er schon in einem Blatt aus dem Herbst 1989 warnte. Im Gegenteil: Er offenbart schnörkellos seine zweite (wahre) Seele und zieht so mit spitzer Feder gegen den Amtsschimmel zu Felde - wie man hofft, erfolgreicher als Don Quijote weiland bei den Windmühlen ...

Doch während uns seine aus Saurier und Klammeraffe eingekreuzte, mir nichts, dir nichts Richtlinien und Formulare dominierende Spezies "Tyrannokratus Rex" noch Furcht vor Bürokratiern suggeriert, läßt Albach im Text hoffen, dass solch ungestüme Ausgeburten längst erkannt sind. Daher könnte deren Stunde, dank mündiger Bürger, irgendwann gezählt sein ...

Wie weiland der Amtsschimmel beherrscht auch Albach das dienende Papier mit lustvoller Gier. Wehe dem, der ihm das dennoch liebgewordene Dienstamt streitig macht, seine Rache könnte karikratisch ausfallen.

 

Wolfgang Leißling

Journalist

Vorwort  "Formulahara"  1995

 


TOP - Magazin Thüringen 2013